orchideen gießen

wie und wie oft orchideen gegossen werden müssen, ist von den folgenden faktoren abhängig:

  1. den individuellen bedürfnissen der jeweiligen art,
  2. der größe der pflanze im verhältnis zum topf,
  3. der temperatur,
  4. sowie der art der kultur, also z. b. aufgebunden oder getopft.

pauschale aussagen wie z. b. diese sehr beliebte: “ein schnapsglas voll wasser pro woche reicht völlig”, kann man nicht machen. das gilt übrigens auch für andere pflanzen.

während der warmen sommerwochen benötigen die orchideen entsprechend mehr wasser als im herbst oder winter. das substrat in einem kleinen topf trocknet in der regel schneller aus als in einem großen. terrestrisch (in der erde) wachsende arten haben andere bedürnisse als die epiphyten (aufsitzerpflanzen), einige besiedeln sogar sumpfige gebiete.

nachfolgend ein paar basisinformationen, die natürlich an die bedürfnisse der jeweiligen sorte oder art angepasst werden müssen.

durchdringend gießen

viele orchideenarten können durchdringend gegossen werden. man verabreicht dann soviel wasser, bis es in den untersetzer abläuft. damit das substrat möglichst viel davon aufnehmen kann, belässt man es dort für einige minuten. was übrigbleibt wird anschließend abgegossen.

nach dieser methode verfahre ich, wenn sich die pflanzen im wachstum befinden, also blüten oder blätter ausbilden. für die ruhephase oder einen kühlen winterstandort eignet sie sich nicht – außer es handelt sich um sumpfig wachsende arten.

tauchen

immer wieder gerne wird empfohlen, orchideen zu tauchen. dabei hält man den topf solange unter wasser, bis sich das substrat damit vollgesogen hat. das klingt ganz schrecklich fachmännisch, ist aber in meinen augen nur beschäftigungstherapie. das durchdringende gießen hat den selben effekt.

würde ich alle meine orchideen tauchen, könnte ich von vorne beginnen, sobald die letzte ihr wasser erhalten hat.

sprühen

besprüht werden orchideen zumeist, um die luftfeuchtigkeit zu erhöhen, was mit dieser methode aber nicht dauerhaft zu erreichen ist. sie hat aber einen schönen nebeneffekt, denn sie versorgt die pflanzen täglich mit etwas wasser, falls das substrat mal etwas trockener gerät.

das sprühen eignet sich vor allem für epiphytisch wachsende arten, die viele über den topf hinauswachsende luftwurzeln bilden oder aufgebunden kultiviert werden. die minis in den kleinen töpfen lassen sich so sehr gut gießen. oder orchideen, die sich in der ruhephase befinden, aber nicht völlig austrocknen sollen.

gesprüht wird am besten morgens, sodass das wasser den tag über verdunsten kann.

das richtige wasser

orchideen haben sich an unterschiedliche lebensräume angepasst. wachsen sie z. b. epiphytisch, dann decken sie ihren flüssigkeitsbedarf über den regen oder den tau. solche arten können empfindlich auf zu kalkhaltiges wasser reagieren. das passiert übrigens nicht sofort, sondern kann einige monate dauern.

mit regenwasser muss aber trotzdem nicht gegossen werden. das wasser lässt sich sehr gut über einen handelsüblichen wasserfilter aufbereiten. wie oft gefiltert werden muss, ist abhängig vom härtegrad. je länger die patrone im einsatz ist, desto geringer wird die filterleistung.

die populären hybriden und sorten, also was z. b. in bau- und supermärkten angeboten wird, vertragen dieses wasser nach meinen erfahrungen sehr gut.

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