Phalaenopsis-Hybriden

Nachtfalter-Orchideen, Malaienblumen

Phalaenopsis-Orchidee

Nicht ohne Grund sind die Phalaenopsis-Hybriden die meistverkauften Orchideen. Sie besitzen viele Eigenschaften, die wir an Zimmerpflanzen schätzen.

Dementsprechend groß ist die Auswahl an Sorten. Nachtfalter-Orchideen oder Malaienblumen, wie sie auch heißen, werden in vielen Blütenfarben angeboten. Es gibt kleine, mittelhohe und Sorten, deren Blütenstände bis zu einen Meter hoch werden können. Mit etwas Glück blühen sie das ganze Jahr über.

Die nachfolgende Anleitung kann nur eine pauschale Hilfestellung bieten, sie bezieht sich auf die in Discountern, Supermärkten und Gartencentern angebotenen Sorten.

Phalaenopsis

Phalaenopsis Pflege
  1. Standort: hell bis halbschattig, Morgen-, Abend-, Wintersonne
  2. Gießen: an- aber nicht austrocknen lassen
  3. Düngen: Flüssigdünger alle 4 bis 8 Wochen in der Wachstumszeit
  4. Temperatur: Zimmertemperatur ganzjährig, nicht für längere Zeit unter 15 °C
  5. Substrat: Pinienrinde, feines bis grobes Fertigsubstrat
  6. Vermehrung: Kindel

Standort

Optimal ist ein heller Standort, mit Morgen-, Abend- und Wintersonne. Ein halbschattiges Plätzchen wird auch vertragen. Exemplare die im Halbschatten nicht oder nur spärlich blühen, sollten heller platziert werden.

Temperatur

Phalaenopsis-Hybriden mögen es ganzjährig warm. Das Überwintern bei 15 bis 20 °C ist möglich. Werte darunter sollte man ihnen nur kurzzeitig zumuten.

Substrat & umtopfen

Bei den Phalaenopsis-Hybriden handelt es sich um epiphytisch wachsende Orchideen. Sie sitzen zum Beispiel auf Bäumen, in mit Laub gefüllten Astgabeln. Blumenerde eignet sich für ihre Kultur nicht. Im Handel sind Substrate auf Rindenbasis zu erhalten. Für die mittel bis groß werdenden Sorten eignen sich Fertigmischungen. Die Minis können in feiner Pinienrinde kultiviert werden.

Phalaenopsis umtopfen

Gießen

Wie oft gegossen werden muss, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen die Temperatur sowie die Größe der Pflanze im Verhältnis zum Topf.

An einem warmen Standort mit Temperaturen über 20 °C, kann durchdringend gegossen werden. Die Orchideen erhalten so lange Wasser, bis sich das Substrat damit vollgesogen hat. In den Übertopf/Untersetzer ablaufende Reste werden nach einigen Minuten entfernt. Staunässe kann zum Verfaulen der Wurzeln führen. Bis zum nächsten Gießen lässt man das substrat gut an-, aber nicht austrocknen.

Liegen die Temperaturen unter 20 °C, wässere ich nur schlückchenweise.

Ob gegossen werden muss, lässt sich am Gewicht des Topfs erkennen. Feuchtes Substrat ist schwerer als trockenes.

Gerne wird für Orchideen das Tauchen empfohlen. Dabei hält man den Topf solange unter Wasser, bis sich das Substrat damit vollgesogen hat. Anschließend darf es gut abtropfen. Kann man machen, muss man aber nicht. Das durchdringende Gießen hat den selben Effekt.

Zusätzlich können die Luftwurzeln der Phalaenopsis-Hybriden täglich oder jeden 2. Tag, am besten morgens, besprüht werden. Dadurch erhalten die Pflanzen regelmäßig Wasser, falls das Substrat doch mal etwas trockener gerät.

phalaenopsis hybrid (blüte)
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Luftfeuchtigkeit

Maßnahmen zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sind nach meinen Erfahrungen nicht nötig. Stehen die Phalaenopsen während des Winters neben oder über der Heizung, kann es Sinn machen, wenn ein mit Wasser gefüllter Behälter in ihrer Nähe platziert wird.

Mini-Phalaenopsis

Düngen

Bei Temperaturen über 20 °C und wenn sich die Phalaenopsis-Hybriden im Wachstum befinden, können sie alle 4 bis 8 Wochen gedüngt werden.

Im ersten Jahr nach dem Kauf oder Umtopfen ist keine Düngung erforderlich. Die Pflanzen haben vom Züchter ausreichend Nährstoffe erhalten und Fertigsubstrate sind vorgedüngt.

Die Blütezeit verlängern

Bei einigen Sorten lässt sich die Blütezeit durch den Rückschnitt des Blütentriebs verlängern. Geschnitten wird ungefähr 1 Zentimeter über dem nächsten schlafenden Auge.

Ein guter Zeitpunkt für den Blütenstängelrückschnitt ist, bevor er beginnt gelb zu werden.

Ungefähr 8 bis 12 Wochen später, je nach Temperatur, entwickelt sich das schlafende Auge zu einem Blütentrieb. Oder es erscheinen Kindel (Tochterpflanze).

phalaenopsis auge

Wird der Blütentrieb oben geschnitten muss er gestützt werden. Der neue Austrieb kann noch mal so lang werden.

Phalaenopsis-Hybriden zur Blüte anregen

Oft blühen Phalaenopsis-Hybriden von alleine. Machen sie das nicht, kann es hilfreich sein, wenn sie für mindestens 4 Wochen „kalt gestellt“, bei Temperaturen zwischen 15-18 °C platziert werden. Am kühlen Standort wässert man sie nur mäßig.

Auch schwankende Tag- (22-30 °C) und Nachttemperaturen (15-18 °C) können die Blütenbildung anregen.

Krankheiten, Pflegefehler und Schädlinge


Schlaffe, furchige und herabhängende Blätter sind oft durch Staunässe beursacht. Die Wurzeln faulen und können die Pflanze nicht mehr mit Wasser versorgen, sie vertrocknet. Retten lässt sich die Orchidee, indem man das abgestorbene Wurzelwerk entfernt. Anschließend setzt man sie auf ein mit Wasser gefülltes Glas und zwar so, dass nur der untere Teil des Strunks bzw. noch vorhandene Wurzeln im Wasser hängen.

Bis sich neue Wurzeln bilden und man wieder eintopfen kann, können mehrere Wochen vergehen. Die schlaffen Blätter erholen sich nach meinen Beobachtungen nicht, aber es bilden sich nach einiger Zeit neue.

Wenn die Knospen abfallen, kann das verschiedene Ursachen haben. Manchmal geschieht es nach dem Kauf, die Orchidee muss sich erst akklimatisieren, also an die neuen Standortbedingungen gewöhnen. Auch ein zu dunkler oder kühler Standort können zum Abwerfen von Knospen führen.

phalaenopsis knospen

Braune Flecken oder deformierte Blätter können durch Bakterien, Viren oder Pilze beursacht sein. Eine genaue Diagnose ist schwierig.

Schädlinge

Werden Phalaenopsis-Hybriden von Schädlingen befallen, kann das ein Hinweis auf Pflegefehler sein. Die nervigen Viecher gehen besonders gerne an geschwächte Pflanzen. Um die Ausbreitung des Befalls zu vermeiden, sollten die betroffenen Exemplare isoliert werden.

schildlaeuse
Schildläuse

Die Bekämpfung von Schildläusen ist nicht einfach, sie sind durch ihren „Panzer“ geschützt. Mit Spray kommt man ihnen nicht bei. Zudem verstecken sie sich gerne in den Blattachseln. Das manuelle Entfernen hilft nicht, da sich ihre Eier auch im Substrat befinden können.

Beseitigen kann man sie, indem man Pflanzeschutzstäbchen in Wasser auflöst und die Orchideen damit gießt. Aber Vorsicht, die Stäbchen sind mit Dünger kombiniert. Ob alle Sorten diese Behandlung vertragen, kann ich leider nicht sagen.

spinnmilben
Spinnmilben

Spinnmilben und die Rote Spinne bekämpft man am besten mit einem Pflanzenschutzspray aus dem Fachhandel. Hilfreich ist das regelmäßige Abduschen oder Besprühen der Orchideen während der Behandlung.

wolllaus
Wolllaus

Wollläuse werden wie Schildläuse bekämpft.

phalaenopsis