Phalaenopsis-Hybriden

Nachtfalter-Orchideen, Malaienblumen

Phalaenopsis-Orchidee

Nicht ohne Grund sind die Phalaenopsis-Hybriden die meistverkauften Orchideen. Sie besitzen viele Eigenschaften, die wir an Zimmerpflanzen schätzen. Dementsprechend groß ist die Auswahl an Sorten.

Nachtfalter-Orchideen oder Malaienblumen, wie sie auch heißen, werden in vielen Blütenfarben angeboten. Es gibt kleine, mittelhohe und Sorten, deren Blütenstände bis zu einen Meter hoch werden können. Mit etwas Glück blühen sie das ganze Jahr über.

Die nachfolgende Anleitung kann nur pauschale Hilfestellungen bieten, sie bezieht sich auf die in Discountern, Supermärkten und Gartencentern angebotenen Phalaenopsis-Sorten.

Phalaenopsis

Phalaenopsis Pflege
  1. Standort: hell bis halbschattig, Morgen-, Abend-, Wintersonne; während der heißen Sommerwochen im Garten oder auf dem Balkon
  2. Substrat: Orchideensubstrate auf Rindenbasis; fein bis mittelgrob, je nach Größe der Pflanze
  3. Gießen: an- aber nicht austrocknen lassen, die Luftwurzeln täglich besprühen
  4. Düngen: nicht im ersten Jahr nach dem Kauf oder Umtopfen, anschließend in der Wachstumszeit Flüssigdünger jede 4. bis 8. Woche
  5. Temperatur: Zimmertemperatur ganzjährig, nicht für längere Zeit unter 15 °C
  6. Vermehrung: Kindel

Standort

Ideal sind helle bis absonnige Standorte, mit Morgen-, Abend- und Wintersonne. Die heiße Mittagssonne des Sommers wird vertragen, wenn die Orchideen während dieser Zeit mindestens einen Meter hinter dem Fenster stehen. Oder sie werden durch einen transparenten Vorhang schattiert.

Ein halbschattiges Plätzchen wird auch vertragen. Exemplare die im Halbschatten nicht oder nur spärlich blühen, sollten heller platziert werden.

Die heißen Sommerwochen Mitte/Ende Juni bis August, können die Hybriden im Garten oder auf dem Balkon verbringen. Dort müssen sie vor der direkten Sonne geschützt sein. Sie wird nicht mehr durch Fensterglas gefiltert und kann Blattverbrennungen verursachen.

Tipp:

Das Übersommern im Garten kann blühfaule Orchideen zum Blühen anregen.

Phalaenopsis Mini Mark

Phalaenopsis „Mini Mark“

Temperatur

Phalaenopsis-Hybriden mögen es ganzjährig warm. Das Überwintern bei 15 bis 20 °C ist möglich. Werte darunter sollten ihnen nur kurzzeitig zugemutet werden.

Substrat

Die Hybriden stammen von epiphytisch wachsenden Orchideen ab. Die Wildformen sitzen auf Bäumen, auf Ästen oder in mit Laub gefüllten Astgabeln. Ihre Wurzeln mögen es luftig, Blumenerde eignet sich für ihre Kultur nicht.

Im Handel sind Substrate auf Rindenbasis zu erhalten. Mittelgrobe Mischungen, wie im Bild rechts zu sehen, eignen sich für Mini-Phalaenopsis sowie die großen Sorten.

Orchideensubstrat fein mittel

Feines (links) und mittelgrobes Orchideensubstrat (rechts) auf Rindenbasis. Die die rechts zu sehende Mischung enthält Tongranulat und ist in Bau- und Supermärkten zu erhalten.

Umtopfen

Das Umtopfen ist erforderlich, sobald das Subrat beginnt sich zu verdichten. Wenn es weich und matschig wird. Je nach Qualität alle 2 bis 4 Jahre.

Phalaenopsis umtopfen

Gießen

Wie oft gegossen werden muss, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen Temperatur und die Größe der Pflanze im Verhältnis zum Topf.

Bei Temperaturen über 20 °C kann durchdringend gegossen werden. Die Orchideen erhalten so lange Wasser, bis sich das Substrat damit vollgesogen hat. In den Übertopf/Untersetzer ablaufende Reste werden nach einigen Minuten entfernt. Staunässe kann zum Verfaulen der Wurzeln führen. Bis zum nächsten Gießen darf das Substrat fast austrocknen.

Liegen die Temperaturen unter 20 °C, wird nur schlückchenweise gewässert.

Phalaenopsis-Topf

Das Substrat darf bis ungefähr 75 % der Höhe des Topfs austrocknen.

Tipps:

Wenn die Luftwurzeln der Phalaenopsis-Hybriden täglich oder jeden 2. Tag besprüht werden, erhalten die Pflanzen regelmäßig Wasser. Falls das Substrat austrocknet.

Ob gegossen werden muss, lässt sich am Gewicht des Topfs erkennen. Feuchtes Substrat ist schwerer als trockenes.

Phalaenopsis-Luftwurzeln

Luftwurzeln nach dem Besprühen.

Mythen:

Gerne wird für Orchideen das Tauchen empfohlen. Dabei hält man den Topf solange unter Wasser, bis sich das Substrat damit vollgesogen hat. Anschließend darf es abtropfen. Das klingt ungemein professionell, ist m. E. aber nur Beschäftigungstherapie. Das durchdringende Gießen hat den selben Effekt.

Die Hybriden müssen nicht mit Regenwasser gegossen werden, wie es einige „Profis“ regelmäßig empfehlen. Wer in einer Region mit sehr hartem Wasser lebt, kann einen Wasserfilter für Tee- oder Kaffeewasser verwenden.

Phalaenopsis gelb

Düngen

Bei Temperaturen über 20 °C und wenn sich die Phalaenopsis-Hybriden im Wachstum befinden, können sie alle 4 bis 8 Wochen gedüngt werden.

Es eignen sich nicht nur Flüssigdünger für Orchideen. Grün- und Blühpflanzen-Dünger dürfen zu 30 bis 50 % in der vom Hersteller empfohlenen Menge verabreicht werden.

Ich dünge die meisten meiner Topfpflanzen, auch meine Phalaenopsen, mit organischem Gemüsedünger. Die Orchideen erhalten ihn halbkonzentriert.

organischer Flüssigdünger

Organischer Flüssigdünger

Im ersten Jahr nach dem Kauf oder Umtopfen ist keine Düngung erforderlich. Die Pflanzen haben vom Züchter ausreichend Nährstoffe erhalten und Fertigsubstrate sind vorgedüngt.

Luftfeuchtigkeit

Maßnahmen zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit sind nach meinen Erfahrungen nur nötig, wenn die Phalaenopsen während des Winters neben oder über der Heizung stehen. Dann kann es Sinn machen, einen mit Wasser gefüllter Behälter in ihrer Nähe zu platzieren.

Das Besprühen erhöht die Luftfeuchtigkeit nur kurz, befreit aber die Blätter von Staubn.

Mini-Phalaenopsis

Die Blütezeit verlängern

Bei einigen Sorten lässt sich die Blütezeit durch den Rückschnitt des Blütentriebs verlängern. Geschnitten wird ungefähr 1 Zentimeter über dem nächsten schlafenden Auge.

Ein guter Zeitpunkt für den Blütenstängelrückschnitt ist wenn die letzten 3 Blüten verblühen, bevor der Stängel beginnt gelb zu werden.

Ungefähr 8 bis 12 Wochen später, je nach Temperatur, entwickelt sich das schlafende Auge zu einem Blütentrieb. Oder es erscheinen Kindel (Tochterpflanzen).

Phalaenopsis-Augen

Schlafende Augen

Wird der Blütentrieb oben geschnitten muss er gestützt werden. Der neue Austrieb kann noch mal so lang werden.

Phalaenopsis-Hybriden zur Blüte anregen

Oft blühen Phalaenopsis-Hybriden ohne unser Zutun. Machen sie das nicht, kann es hilfreich sein, wenn sie für mindestens 4 Wochen temperiert platziert werden. Bei Temperaturen zwischen 15 und 18 °C. Während dieser Zeit wird nur schlückchenweise gegossen. Sobald sich ein Blütentrieb zeigt, können sie wieder an ihren Stammplatz kommen.

Auch schwankende Tag- (22-30 °C) und Nachttemperaturen (15-18 °C), wie sie im Hochsommer auf dem Balkon vorzufinden sind, können die Blütenbildung anregen.

Vermehrung

Manchmal erscheinen am Stamm oder Blütentrieb Tochterpflanzen, die auch als Kindel bezeichnet werden. Sie können abgeschnitten werden, wenn ihre Wurzeln mindestens 3 Zentimeter lang sind.

Phalaenopsis-Kindel

Dieses am Stamm wachsende Kindel hat eine Wurzel und ist groß genug um von der Mutterpflanze getrennt zu werden.

Krankheiten, Pflegefehler und Schädlinge

Phalaenopsis schlaffe Blätter

Schlaffe, furchige und herabhängende Blätter sind oft die Folge von Staunässe. Die Wurzeln faulen und können die Pflanze nicht mehr mit Wasser versorgen, sie vertrocknet. Retten lässt sich die Orchidee durch das Entfernen der abgestorbenen Wurzeln. Anschließend kommt sie auf ein mit Wasser gefülltes Glas und zwar so, dass nur der untere Teil des Strunks oder die Spitzen noch vorhandener Wurzeln im Wasser hängen.

Phalaenopsis Strunk

Ist der Strunk fest, können aus ihm neue Wurzeln wachsen.

Bis sich neue Wurzeln bilden können mehrere Wochen vergehen. Die schlaffen Blätter erholen sich nach meinen Beobachtungen nicht, aber es bilden sich nach einiger Zeit neue.

orchidee-glas

Wenn die Knospen abfallen, kann das verschiedene Ursachen haben. Manchmal geschieht es nach dem Kauf, die Orchidee muss sich erst akklimatisieren, also an die neuen Standortbedingungen gewöhnen. Auch ein zu dunkler oder kühler Standort können zum Abwerfen von Knospen führen.

phalaenopsis knospen

Braune Flecken oder deformierte Blätter können durch Bakterien, Viren oder Pilze beursacht sein. Eine genaue Diagnose ist schwierig.

Staunässe

Staunässe, also wenn Wasser zentimeterhoch und länger als 24 Stunden im Übertopf steht, kann zum Verfaulen des Substrats und so zum Sterben der Wurzeln führen. Vor allem wenn sie regelmäßig auftritt.

Nasse Füße für 1 bis 2 Tage schadet den Phalaenopsis-Hybriden und vielen andere Pflanzen nicht. Wenn das Substrat in der Folgezeit wieder gut antrocknen darf zwischen den Wassergaben.

Schädlinge

Werden Orchideen von Schädlingen befallen, kann das ein Hinweis auf Pflegefehler sein. Die saugenden Insekten gehen gerne an geschwächte Pflanzen. Um die Ausbreitung des Befalls zu vermeiden, sollten die betroffenen Exemplare isoliert werden.

schildlaeuse

Schildläuse befallen nicht nur Orchideen, sondern auch viele andere Pflanzen. Das Foto zeigt das Blatt eines Geldbaums.

Die Bekämpfung von Schildläusen ist nicht einfach, sie sind durch ihren „Panzer“ geschützt. Spray tötet nicht alle. Zudem verstecken sie sich gerne in den Blattachseln. Das manuelle Entfernen hilft nicht, da sich ihre Eier auch im Substrat befinden können.

Beseitigen lassen sie sich, wenn Pflanzeschutzstäbchen in Wasser auflöst und die Orchideen damit gegossen werden. Aber Vorsicht, die Stäbchen sind mit Dünger kombiniert. Ob alle Sorten diese Behandlung vertragen, kann ich leider nicht sagen.

spinnmilben

Spinnmilben

Spinnmilben und die Rote Spinne werden am besten mit einem Pflanzenschutzspray aus dem Fachhandel bekämpft. Hilfreich ist das regelmäßige Abduschen oder Besprühen der Orchideen während der Behandlung.

wolllaus

Wolllaus

Wollläuse werden wie Schildläuse bekämpft.

phalaenopsis